Straßenumbenennung - Nazis ehrt man nicht

Allgemein

Rassismus, fremdenfeindliche Parolen, Aufmärsche, brennende Wohnhäuser.

Diese Szenen mögen an vergangene Zeiten erinnern, die in Geschichtsbüchern geschrieben stehen. Man klappt also das Buch zu, schaltet den Fernseher ein und muss feststellen, dass Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung leider noch nicht überwunden sind. Solidarität, Toleranz und Offenheit sollten eine Selbstverständlichkeit sein gegenüber den Menschen, welche ihre Existenz und ihre Heimat hinter sich ließen um auf lebensgefährlichen Fluchtwegen Krieg und Gewalt zu entkommen.

Weitere Überreste des nationalsozialistischen Übels lassen sich allerdings noch an anderer Stelle in unserem Alltag finden. Seit 70 Jahren verstecken sich Ehrungen offenkundiger Unterstützer des NS-Regimes hinter einigen Straßennamen in unseren Städten. Gerade in Zeiten wie diesen, in welchen dem Fremdenhass die Stirn geboten werden muss, sollte man die Gelegenheit nutzen, ein Zeichen zu setzen. Nationalsozialistische Künstlerinnen, Schriftsteller oder Poetinnen wurden viel zu lange für Werke, die doch niemand kennt, im Schatten eines Regimes, von dem es sich zu distanzieren gilt, geehrt. Besser spät als nie sollten diese Würdigungen nun ein Ende finden. Adornos Forderung, „dass Auschwitz nicht noch einmal sei“ ist letztlich auch bei der Vergabe von Straßennamen der zu berücksichtigende Anspruch.

Welch Glück, dass es KEIN vernünftiges Argument für die Beibehaltung der Nazi-Straßennamen gibt. Am Beispiel der Ahlener Bürgerinitiative gegen die Nazi-Straßennamen-Umbenennung wird dies besonders deutlich. Denn der verhältnismäßig geringe Aufwand, einige Dokumente ändern zu lassen, dürfte marginalisierbar sein, verglichen mit dem Aufwand einen Bürgerentscheid anzuzetteln. Auch das Argument der identitätsstiftenden Wirkung von Straßennamen (Hä?) kann vernachlässigt werden, denn, wer möchte sich denn bitte mit Nazi-Anhängern identifizieren? Und die Frage, ob noch weitere „belastete“ Straßen umzubenennen seien, schließt ja nicht aus, dass man nun schon einmal mit gutem Beispiel voran geht…

 

Es ist nie zu spät um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Vielmehr ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt.

 
 

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